1/24/2010

time to fuck again


*irgendwann anfang 2009

die discokugel dreht sich rund herum, wirft schatten, glitzert und blendet. unter ihr, zum beat der technomusik tanzen sie. bewegen sich extatisch, zigarette in der rechten und gin tonic in der linken. tanzen ausgelassen. miteinander und völlig allein. jeder kennt sich, nichts bleibt verborgen. aufstieg und abstieg jede woche neu. jünger, älter, verfall. es gibt kein haltbarkeitsdatum. die musik dröhnt, gläser zerschmettern auf dem harten beton, die meute tanzt, die kugel dreht sich, dreht sich und dreht sich. werde von hinten angerempelt. irgendein typ, lächerliche anmache. leicht durchschaubar. es ist fast 7 uhr morgens. jetzt sind nur noch die verzweifelten, die vor dem abgrund stehenden, übrig. es geht nur noch um ficken. ficken, bumsen, vögeln. die mädchen, die noch übrig sind, sind zu betrunken oder zu high, um noch nein sagen zu können. klammern sich an den letzten funken hoffnung, dass es doch noch die party des jahres wird, der hit. sie wollen die totale extase, leid und schmutz. die männer wissen genau: jetzt können sie die verzweifelten bekommen. picknick, ficknick. genau der richtige laden für die ficker und die gefickten, die nur darauf warten, dass ihnen das herz gebrochen wird. keine moral, nur libido, triebefriedigung. heute erst gefickt, morgen schon vergessen. nächsten samstag wieder picknick time, time to fuck again.

der Vorhang fällt. Sonnenstrahlen fallen hinein. kälte ist nun da, bemerke sie jetzt erst. musik aus. gläser klirren. aufbruchsstimmung, der vorhang ist gefallen.

ich gehe nochmal hoch. suche meine jacke, die mario für mich versteckt hat, irgendwo hinter der bar. finde sie. klebrig und nass. hoffentlich keine kotze. finde dana auf den schmuddeligen braunen sitzkissen liegen. mo tasche in der hand. das schino hat sie letztens in der pannebar verloren. nur noch das oo ist übrig. immerhin, nun kann sie ihr der gerichtsvollzieher nicht mehr nehmen. wer will schon das mo ohne schino. wertlos. die strumpfhose hängt ihr an den knien. der rock beschmutzt, sieht aus wie wein. schminke verlaufen. sie schläft wie ein glückliches kind. versuche sie zu wecken, schütteln, rütteln, nichts hilft. irgendeiner der arbeitenden hipster drängt mich zu gehen und meine freundin ja auch mitzunehmen. kenne den, auf jeder Party dabei, jedes mal ein anderes mädchen. ob brünett, blond, gelockt oder glatt, lang oder kurz, hauptsache mal den schwanz reingesteckt und ein loch mehr, dass er von seiner „was noch nicht gefickt“- liste streichen kann. kann mir das seufzen auf seinen lippen förmlich vorstellen. flachlegen ist schon echt anstrengend und dann auch noch die ganzen verliebten löcher vertrösten. immer mit lieben worten natürlich. Aber einmal gefickt und weg. uninteressant. nur fleisch, nur ein loch mehr, das gestopft wurde.

dana rührt sich, verzieht das gesicht, ziehe sie hoch, als dank dafür kotzt sie mir auf die Schuhe. pumps, wildleder, irrsinnig teuer. danke meine liebe.

mit der kotze erwacht dana wieder zum leben und fängt an zu schimpfen. „scheiß picknick, da geh ich nie wieder hin, alle stehen nur rum und gucken sich an“. ich sage nichts, denke dasselbe, komme trotzdem immer wieder.

dana redet weiter, ich höre weg. lasse sie reden. meine gedanken tragen mich weit weg. grabe mir irgendeine höhle und vergrabe meine wörter. stumm bin ich, finde die höhle nie wieder. zu weit weg, zu viele gänge, die sich von minute zu minute neu formieren. nie kommt man an einen ort zurück, an dem man schon war, trotzdem ist sich alles so ähnlich und man ist der festen überzeugung schon einmal dort gewesen zu sein. déja vue. aber das bewusstsein ist getrübt. tunnelblick.

die sonne scheint, scheint uns entgegen. scheint uns an. scheint heilig, scheinheilig. wir sind geblendet, aber schon vorbereitet, holen unsere sonnenbrillen heraus, perfekte tarnung.

stecke dana in die bahn, ermahne sie daran ja nicht einzuschlafen. ich nehme die U6. meringdamm umsteigen in die U7. rolltreppe hoch rennen U8 zur boddinstraße erwischen. jetzt noch 4 minuten zu fuß. angekommen. kleider wegwerfen, ins bett kriechen. versuche zu schlafen. doch halbtaub habe ich nur das bummbumm des technobeats im kopf.



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some say i got devil/some say i got angel/ but i'm just a girl in trouble

in diesem sinne: gute nacht

1 Kommentar:

  1. i might say i love your words almost as much as i love you

    which is an awful lot of love

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