die straßen chinatowns waren voll von staub und einer art nebel. es war überfüllt mit touristen und sämtlichen, dort einheimischen, asiaten, die sich alle ähnlich sahen, mit ihren verschlossenen, ausdruckslosen gesichtern, an denen weder freude noch unglück abzulesen war. ich lief also die canalstreet hinauf richtung brooklyn bridge und schob mich durch die schwitzende masse. überall lärm von wütenden taxifahrern oder polizeisirenen. dann war es plötzlich still oder mir kam es nur so vor. eine chinesin mittleren alters lief auf der straße, dem verkehr entgegen. sie schaute niemanden an, ihr blick verlor sich in der leere. aber sie schrie, fluchte, verfluchte sich und andere. zunächst konnte ich nicht verstehen, was sie sagte, denn ihr englisch war brüchig. aber dann verstand ich. sie verfluchte ihren mann, der sie betrügt und schlägt. sie verfluchte das zwanzigjährige flittchen und die anderen huren, die er gerade vögelt und sie verfluchte die gesamte menschheit. sie hörte und sah nichts. ich wollte mir die ohren zu halten, konnte ihren schmerz nicht ertragen, wollte ihn nicht mehr hören müssen. ich sah mich um, schaute nach links und nach rechts, aber keiner beachtete sie. es war als laufe sie da allein und die gesamte menschenmasse sei nicht vorhanden. von links kam ein auto, fuhr sie um. sie lag mit dem gesicht auf dem asphalt, die beine seltsam verdreht. jetzt sehen sie sie, aber jetzt ist sie still. irritiert setzte ich meinen weg fort.
12/01/2009
masse
die straßen chinatowns waren voll von staub und einer art nebel. es war überfüllt mit touristen und sämtlichen, dort einheimischen, asiaten, die sich alle ähnlich sahen, mit ihren verschlossenen, ausdruckslosen gesichtern, an denen weder freude noch unglück abzulesen war. ich lief also die canalstreet hinauf richtung brooklyn bridge und schob mich durch die schwitzende masse. überall lärm von wütenden taxifahrern oder polizeisirenen. dann war es plötzlich still oder mir kam es nur so vor. eine chinesin mittleren alters lief auf der straße, dem verkehr entgegen. sie schaute niemanden an, ihr blick verlor sich in der leere. aber sie schrie, fluchte, verfluchte sich und andere. zunächst konnte ich nicht verstehen, was sie sagte, denn ihr englisch war brüchig. aber dann verstand ich. sie verfluchte ihren mann, der sie betrügt und schlägt. sie verfluchte das zwanzigjährige flittchen und die anderen huren, die er gerade vögelt und sie verfluchte die gesamte menschheit. sie hörte und sah nichts. ich wollte mir die ohren zu halten, konnte ihren schmerz nicht ertragen, wollte ihn nicht mehr hören müssen. ich sah mich um, schaute nach links und nach rechts, aber keiner beachtete sie. es war als laufe sie da allein und die gesamte menschenmasse sei nicht vorhanden. von links kam ein auto, fuhr sie um. sie lag mit dem gesicht auf dem asphalt, die beine seltsam verdreht. jetzt sehen sie sie, aber jetzt ist sie still. irritiert setzte ich meinen weg fort.
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