12/29/2009
meshes of the afternoon
unbedingt zu beachten ist die treppenszene!!
12/12/2009
inszenierte fotos, meine neue lieblingsseite und new york




12/11/2009
12/08/2009
welt voll irrsinn


als ich deinen letzten eintrag las, viel mir eine kleine wortansammlung von schwitters ein:
welt voll irrsinn
ich
du
er sie es
wir ihr sie,
ein friedhof,
lebendige forellensauce überlaut.
ich über du
überlaut
forellenfriedhof über
er du forellenfisch
lebendig still
du!
ein friedhof überstill
wir leben
wir
forelle lebt friedhof
wir leben
wir
forelle lebt friedhof
lebendige forelle spielt
wir spielen leben
ich spiele du,
still
spielen wir?
leben wir?
wir
ihr
sie
"kurt schwitters, 1919"
auch bin ich auf der suche nach weiteren gedanklichen ansatzpunkten in der frage nach der innovation und der ewigen wiederholung in der kunst auf schwitters essay "my art and my life" gestoßen. falls du dich noch an unsere letzte hamburger diskussion erinnerst.
"one needs a medium. the best is, one is his own medium. but don't be serious because seriousness belongs to a passed time. this medium, called you yourself will tell you to take absolutely the wrong material. that is very good, because only the wrong material used in the wrong way, will give the right picture, when you look at it from the right angle. Or the wrong angel."
aus MERZ, 1940-46
12/07/2009
blue monday
mädchengeschnatter als netz
es ist so rührend und gleichzeitig so nervig
ihr geht es schlecht wir fangen sie auf
warum geht es ihr schlecht
die männer hachja seufz
verständnis verständnis
wie lustig es geht schlecht mit ihm es geht mir schlecht
es geht gut mit ihm es geht mir gut
sagt sie
und sieht wunderschön aus
eine prinzessin in ihrem riesigen rosenbett
mit all diesen bildern
erinnerungen
geschenken
liebesbeweisen
von vielen für sie
von ihr für sich
so viel nie genug
ein volles herz ist es immer
ziel und einzig
und ich bin hier
leerherzig
leerherzend
mein volles herz ist der wind in den haaren
freiheit
in josefs cabrio sitzen und spüren wie die langen strähnen meine wangen peitschen
brauchst du einen hut neinnein
über den dächern
überall bloss nicht hier
irgendwo sein hier sein da sein
verfangen in gassen verloren im finden
umschlungen vom fremden
nichts denken nur wissen
atmen
tiefer
meine rastlosigkeit weggesperrt von viel zu langem sicherheitsehnen
warum?
ankommen ohne ankommen
lauwarme ohrenflüsterei
und wo
ist mein knall
And all the girls in every girlie magazine
Can't make me feel any less alone
12/03/2009
...und macht
ein großartiges buch, das ich dir nach deiner verstörenden beobachtung von masse in der großstadt gern nahelegen würde..'Canetti bietet eine systematische Darstellung der Masse als Phänomen mitsamt ihrer verschiedenen Ausprägungen und Funktionsweisen. Dabei analysiert er – scheinbar wertfrei – eine Reihe von Beispielen des Massenverhaltens aus primitiven und modernen Gesellschaften. Das Faszinierende und gleichzeitig Beunruhigende an der Vorgehensweise des Autors ist, dass er die Masse nicht in erster Linie als Instrument der politischen Macht oder Abart des menschlichen Verhaltens darstellt, sondern als eigene Existenzform, die irgendwo zwischen Vernunftmensch und Gesellschaft lauert und potenziell überall (beim Sport, im Theater, im Gottesdienst oder im Krieg) ihr auf Handlungstrieben basierendes Unwesen treibt. Dadurch zeichnet sich Masse und Macht als hervorragende soziologische Studie, aber auch politisches Werk aus.'
aus 'Das Buch der 1000 Bücher'
und für die momente, in denen man sich inmitten der masse sehr einsam fühlt
da halte ich es mit john lennon,
'whatever gets you through the night, it's alright.'
12/01/2009
masse
die straßen chinatowns waren voll von staub und einer art nebel. es war überfüllt mit touristen und sämtlichen, dort einheimischen, asiaten, die sich alle ähnlich sahen, mit ihren verschlossenen, ausdruckslosen gesichtern, an denen weder freude noch unglück abzulesen war. ich lief also die canalstreet hinauf richtung brooklyn bridge und schob mich durch die schwitzende masse. überall lärm von wütenden taxifahrern oder polizeisirenen. dann war es plötzlich still oder mir kam es nur so vor. eine chinesin mittleren alters lief auf der straße, dem verkehr entgegen. sie schaute niemanden an, ihr blick verlor sich in der leere. aber sie schrie, fluchte, verfluchte sich und andere. zunächst konnte ich nicht verstehen, was sie sagte, denn ihr englisch war brüchig. aber dann verstand ich. sie verfluchte ihren mann, der sie betrügt und schlägt. sie verfluchte das zwanzigjährige flittchen und die anderen huren, die er gerade vögelt und sie verfluchte die gesamte menschheit. sie hörte und sah nichts. ich wollte mir die ohren zu halten, konnte ihren schmerz nicht ertragen, wollte ihn nicht mehr hören müssen. ich sah mich um, schaute nach links und nach rechts, aber keiner beachtete sie. es war als laufe sie da allein und die gesamte menschenmasse sei nicht vorhanden. von links kam ein auto, fuhr sie um. sie lag mit dem gesicht auf dem asphalt, die beine seltsam verdreht. jetzt sehen sie sie, aber jetzt ist sie still. irritiert setzte ich meinen weg fort.
11/13/2009
it's done!
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